WIK Online Workshop am 19. und 21. Januar 2021 zur neuen Märkteempfehlung 2020

Die neue Märkteempfehlung der Europäischen Kommission: wichtigste Änderungen und Implikationen für den Sektor

Im Dezember 2020 hat die Europäische Kommission eine neue Version der Empfehlung der für eine ex-ante Regulierung relevanten Märkte veröffentlicht. In der neuen Märkteempfehlung hat die Kommission - neben anderen Beiträgen - die Ergebnisse einer von WIK-Consult erstellten Studie über "Zukünftige elektronische Kommunikationsmärkte, die für eine Vorabregulierung in Betracht kommen" berücksichtigt. Am 19. Januar haben sich 100 Workshop-Teilnehmer mit den wichtigsten Änderungen in der neuen Märkteempfehlung 2020 und den Implikationen für den Sektor auseinandergesetzt. Kamila Kloc,  die Leiterin des für die Märkteempfehlung zuständigen Teams der Kommission, erläuterte die wichtigsten Punkte der neuen Märkteempfehlung. Ilsa Godlovitch und Christian Hocepied stellten die wesentlichen Ergebnisse der WIK-Studie vor. Am 21. Januar haben Dr. Cara Schwarz-Schilling und Dr. Sonia Strube Martins mit ca. 40 Teilnehmerm die Implikationen der neuen Märkteempfehlung 2020 für Deutschland diskutiert. Seit Veröffentlichung der ersten Märkteempfehlung in 2003 hat sich die Anzahl der Märkte von 18 (inkl. 7 Endkundenmärkte) auf 2 Vorleistungsmärkte in 2020 verringert. Die Reduzierung der Märkte spiegelt einerseits wider, dass der Wettbewerb in Europa stärker geworden ist. Andererseits stößt der Wettbewerb weiterhin auf Grenzen. Der Kodex bietet in diesem Zusammenhang neue Möglichkeiten, Wettbewerbsproblemen entgegenzuwirken. Dennoch verlangt die Sicherung des Wettbewerbs weiterhin nach SMP-basierter Zugangsregulierung. Die Europäische Kommission hat verdeutlicht, dass mehr regionale Unterschiede zu erwarten sind. Hier bleibt festzuhalten, dass der 3-Kriterien Test an sich ein gutes Prinzip zur Anwendung sektorspezifischer Regulierung darstellt. Der 3-Kriterien Test kann entsprechend nationaler Umstände von den nationalen Regulierungsbehörden auch auf Märkte außerhalb der Liste angewandt werden und ermöglicht es, der heterogenen Marktsituation in der EU gerecht zu werden.

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Europäische Kommission veröffentlicht WIK-Consult Studie zu internationalen Postdiensten

Weitreichende Veränderungen beim Import von postalischen Warensendungen in die EU

Der Onlinehandel hat zu einer steigenden Anzahl von Warenimporten im internationalen Postverkehr aus dem asiatischen Raum, insbesondere China, geführt. Dieses Wachstum stellt Postdienstleister und Zollbehörden im europäischen Binnenmarkt vor besondere Herausforderungen.

Die WIK-Consult Studie mit dem Titel „International Postal Service, Remuneration and Regulation” beschreibt die Entwicklungen der internationalen Postdienste innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums und analysiert die Auswirkungen der jüngsten Reformen des Endvergütungssystems durch den Weltpostverein auf die Postunternehmen. Die Studie beschreibt typische Importmodelle für grenzüberschreitende Onlinebestellungen einschließlich der Regularien und Prozesse im Zusammenhang mit Einfuhrsteuern und Sicherheitsanforderungen. In diesem Zusammenhang diskutiert die Studie auch die Auswirkungen der Reformen bei der Einfuhrumsatzsteuer und bei den Sicherheitsanforderungen für Importe auf Post- und Expressdienstleister.

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Digitalisierung als Enabler für Ressourceneffizienz in Unternehmen

Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie - Hauptbericht und Broschüre mit Handlungsempfehlungen für kleine und mittlere Unternehmen

Es ist ein wesentliches politisches Ziel, den Einsatz natürlicher Ressourcen von der wirtschaftlichen Entwicklung stärker zu entkoppeln. Die Bundesregierung verfolgt sowohl in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie als auch mit dem Deutschen Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess) das Ziel, die Rohstoffproduktivität zu steigern. Neben neuen Werkstoffen, weißen Biotechnologien und Nanotechnologien werden zur Steigerung der Ressourceneffizienz große Erwartungen an Informations- und Kommunikationstechnologien sowie Automationstechniken geknüpft.

Ziel dieser Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft, der IW Consult GmbH und der WIK-Consult GmbH ist es, künftige Gestaltungspfade für die Ressourceneffizienz vor dem Hintergrund aktueller Digitalisierungstrends für die politische Schwerpunktsetzung aufzuzeigen. Im Rahmen einer umfassenden Bestandsaufnahme wurden Thesen formuliert, die in Workshops und Experteninterviews qualitativ überprüft wurden. Kern der Studie ist die repräsentative Unternehmensbefragung im Rahmen des IW-Zukunftspanels. Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen werden darauf aufbauend Ansatzpunkte, Potenziale, Erfolgsgeschichten und erste Schritte auf dem Weg zu mehr Ressourceneffizienz mit digitaler Unterstützung in einer Broschüre mit Handlungsempfehlungen aufbereitet.

Die Studienergebnisse zeigen unterschiedliche Ansatzpunkte für Politik und Wirtschaft auf: Bisherige politische Bestrebungen gilt es weiter auszubauen und ressortübergreifend besser zu bündeln. Dies betrifft besonders auch den Ausbau des Wissenstransfers durch eine bessere Verknüpfung verschiedener öffentlich geförderter Angebote.

Grundvoraussetzung, um Digitalisierung für Ressourceneffizienz voranzubringen, ist eine funktionierende Infrastruktur. Dafür sind der flächendeckende Breitband- und 5G-ausbau, Investitionen in Cloud-Nutzung sowie die Umsetzung von Normen und Standards zentral. Auch sollte die Politik für Rechtsicherheit sorgen, insbesondere wenn es um die Absicherung der Infrastruktur sowie der Datennutzung geht. Für eine Digitalisierung für Ressourceneffizienz bilden Daten die zentrale Grundlage. Lehr- und Ausbildungspläne müssen stärker auf die neuen digitalen Kompetenzen ausgerichtet werden.

Unternehmen wird empfohlen, ihren Status quo bei der Digitalisierung und Ressourceneffizienz zu überprüfen. Hier können verfügbare Informations- und Beratungsangebote zur Anwendung kommen. Zudem sollten Unternehmen nicht nur die beiden Themen Digitalisierung und Ressourceneffizienz ganzheitlich betrachten, sondern auch entsprechende Strategien zu ihrer Implementierung entwickeln.

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Digitale Souveränität in Europa – ein erster Benchmark

Die Balance zwischen Autonomie und Aufrechterhaltung eines diversifizierten Anbieterportfolios und internationaler Handelsbeziehungen

Die COVID-19-Krise hat das Bewusstsein dafür geschärft, von ausländischen Anbietern kritischer Dienstleistungen und Produkte abhängig zu sein. Deshalb zielt Europa auf mehr strategische Autonomie im Kontext der IKT-Infrastruktur, auch „digitale Souveränität“ genannt.

Dies umfasst Maßnahmen wie Screening der 5G-Lieferanten, Initiativen im Bereich Cybersicherheit und europäische Dateninfrastruktur (GAIA-X) und strategische Investitionen in Bezug auf künstliche Intelligenz, Robotik und High Performance Computing. Tatsächlich ist ein erheblicher Teil des während der Covid-19-Krise angekündigten Rettungsfonds in Höhe von 750 Milliarden Euro für die Förderung der digitalen Wirtschaft in der EU vorgesehen.

Unser EU-Benchmark zeigt allerdings, dass digitale Souveränität kein einheitliches Konzept ist. Politische Entscheidungsträger schreiben ihr unterschiedliche Gründe und Ziele zu und verwenden an ihrer Stelle ähnliche oder andere Begriffe, z.B. Technologiesouveränität oder strategische Autonomie. Aber trotz der Unterschiede gibt es drei gemeinsame Dimensionen: (1) Privatsphäre, (2) Cybersicherheit und (3) Strategie. Während es bei der ersten Dimension vor allem um die Fähigkeit des Einzelnen geht, sein digitales Leben und seine Daten zu kontrollieren, beziehen sich die zweite und dritte Dimension vor allem auf die kollektive Ebene der Staaten sowie der EU, die versuchen, im digitalen Zeitalter (wieder) Kontrolle und Führung zu erlangen.

Etwa die Hälfte der EU-Mitgliedsstaaten folgt immer noch einer engen Auslegung der digitalen Souveränität, die sich vor allem an der Cybersicherheit orientiert. In Westeuropa und in den nordischen Ländern wird die Dimension der Cybersicherheit durch die Dimension der Privatsphäre ergänzt. Für Frankreich und Deutschland sowie die digitalen Vorreiter wie Dänemark und Estland umfasst das Konzept der digitalen Souveränität alle drei Dimensionen, während die strategische Dimension derzeit zu dominieren scheint.

Sowohl die EU als auch die meisten der analysierten Länder scheinen zu betonen, dass weder digitale Souveränität noch strategische Autonomie auf Autarkie oder Protektionismus hinauslaufen sollen. Bei der digitalen Souveränität geht es ganz klar darum, ein Gleichgewicht zwischen dem Erreichen der eigenen Autonomie und der Aufrechterhaltung eines diversifizierten Anbieterportfolios und internationaler Handelsbeziehungen zu finden, die für viele Volkswirtschaften in der EU so wichtig sind.

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Digitale Infrastrukturen kommunaler Unternehmen

Status Quo und Chancen

Kommunale Unternehmen spielen bereits heute eine wichtige Rolle bei der Digitalisierung. Es eröffnen sich Potenziale sowohl in den internen Abläufen der Unternehmen als auch bei der Errichtung öffentlicher Telekommunikationsinfrastruktur, die WIK-Consult für den VKU untersucht hat.

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NGA: Clusterbildung, Investbedarf & aktueller Breitbandausbau

Bottom-up Modellierung und statistische Analyse

Der Ausbau von Glasfaseranschlussnetzen schreitet in Deutschland im internationalen Vergleich nur langsam voran. Perspektivisch sollen in ganz Deutschland Gigabit-Bandbreiten über Glasfasernetze zur Verfügung gestellt werden. Im Fokus der Analyse stehen die regionalen Kostenunterschiede für den flächendeckenden Ausbau eines zukunftssicheren FTTH P2P Netzes, die sowohl unter Anwendung von Verfahren der bottom-up Ermittlung als auch statistischen Verfahren analysiert werden.  Der clusterbasierten Analyse des WIK-NGA-Modells zufolge konnten Kostenspreizungen für die durchschnittlichen Kosten pro FTTH P2P Anschluss bestimmt werden, demzufolge das teuerste Cluster den Wert des billigsten Clusters um den Faktor 3,2 übersteigt. Auf Basis des über die bottom-up Modellierung generierten Datensatzes ist es gelungen, ein robustes Regressionsmodell aufzustellen. Es konnte gezeigt werden, dass die „Anschlüsse pro bebauter Fläche“ eine für die Kostenschätzung geeignetere Variable darstellen als die bisher dem WIK-NGA-Modell zu Grunde liegende „Anzahl Anschlüsse pro ASB-Fläche“. Unter Rückgriff auf die im Rahmen der statistischen Analyse abgeleiteten Regressoren und deren Anwendung für eine multivariate k-means Clusterbildung wurden durchschnittliche Investitionen pro Anschluss für die Anzahl von 20 Clustern abgeleitet. Bei beiden Verfahren sind die Investitionen pro Anschluss im billigsten Cluster nahezu gleich groß. Dagegen unterscheiden sich die Investitionen pro Anschluss im teuersten Cluster deutlich: Bei der mulitivariaten Clusterung sind sie gut doppelt so hoch wie auf Basis der Clusterung des WIK-NGA-Modells. Dieses Ergebnis zeigt, dass die multivariate k-means Clusterung es erlaubt, die Kostentreiber besser abzubilden. Die Investitionen pro Anschluss wurden ihrerseits als Clusterkriterium verwendet. Hier zeigen die Berechnungen, dass durch eine Reduktion der Clusteranzahl von k=20 auf k=4  bereits 90% der Variation der Investitionswerte pro Anschluss erklärt werden kann. Ein Nachteil der untersuchten univariaten und multivariaten k-means Clusterbildungsverfahren besteht jedoch in der Vernachlässigung nachbarschaftlicher Beziehungen. Um diesen Aspekt zu berücksichtigen wurde ein erster Ansatz mit Hilfe der Hot Spot/Cold Spot Analyse durchgeführt, dessen Ergebnis in der Grafik zum Ausdruck kommt.

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Glasfaserinfrastruktur für Smart Cities und Smart Regions

Podiumsdiskussion mit Annette Hillebrand auf dem Thüringer Glasfaserforum Erfurt 2020

Wie kann die wachsende Glasfaserinfrastruktur zielgerichtet genutzt werden und wie sehen Best Practices für die digitale Transformation in Stadt und Land aus? Annette Hillebrand, Senior Consultant bei WIK-Consult und stellv. Leiterin der Geschäftsstelle Stadt.Land.Digital beantwortete diese Frage auf dem Podium des Thüringer Glasfaserforums 2020 am 17.11.2020 in Erfurt und gab für den Newsletter des Veranstalters Thüringer Digitalagentur ein multimediales Interview.

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