Personal Data and Privacy

Die Studie im Auftrag von Ofcom liefert eine Übersicht und Analyse der Literatur zum Thema personenbezogene Daten und Privatsphäre. Sie konzentriert sich auf die Zustimmung zur Nutzung personenbezogener Daten nach Inkenntnissetzung („Informed Consent") bei Online-Diensten. Die Studie beschreibt (1) die Rolle des Informed Consent im Datenschutzrecht, (2) die Rolle des Informed Consent in der Praxis und (3) mögliche Wege, um Informed Consent in der Praxis zu verbessern. Darüber hinaus untersucht die Studie die Auswirkungen des Internet der Dinge auf diese drei wichtigen Fragen.

Die Analyse der diesbezüglichen Literatur zeigt, dass die Verbraucher die Geschäftsbedingungen überhaupt nur selten lesen. Wenn sie sie lesen, haben sie in der Regel Schwierigkeiten, sie zu verstehen. Ebenso ist es schwierig oder gar unmöglich für die Verbraucher, die Konsequenzen in Bezug auf die Behandlung ihrer personenbezogenen Daten zu verstehen. Auch stellt die Studie fest, dass die Verbraucher sich kaum dem Online-Tracking entziehen können, mit dessen Auswirkungen aber umzugehen gelernt haben. Die Bewältigungsstrategien können helfen, die sichtbaren Auswirkungen von Online-Tracking wie z. B. zielgerichtete Werbung zu vermeiden, aber sie sind nicht geeignet, das Tracking selbst abzustellen.

Diese Ergebnisse sind überraschend angesichts der Tatsache, dass der Datenschutz für die Verbraucher erklärtermaßen ein wichtiges Anliegen ist. Unsere Ergebnisse unterstreichen, dass Verbraucher in der Praxis nur sehr wenig Zeit und Mühe darin investieren, zu verstehen, welche Daten von Websites und Online-Diensten erfasst werden. Erkenntnisse aus der Verhaltensökonomie und insbesondere experimentelle Untersuchungen, die in dieser Studie identifiziert wurden, können einige der Gründe für dieses beobachtete Verbraucherverhalten erklären. Noch wichtiger ist, dass sie auch potenzielle Möglichkeiten aufzeigen, diese zu mildern. Als vielversprechender Ansatz zeichnet sich in der Literatur kontextbezogenes „Nudging" ab. Allerdings kann Nudging nicht alle Probleme rund um Informed Consent lösen.

Es scheint, dass die eine, umfassende Lösung für alle oder zumindest die meisten Probleme erst noch gefunden werden muss. Somit scheint mehr Forschung notwendig zu sein. Diese könnte untersuchen, inwieweit ein vielschichtiger Ansatz mit mehreren kombinierten Faktoren potenzielle Lösungen anbieten könnte. Zukünftige Forschung könnte sich der Phase im Informations-Prozess widmen, bevor die Verbraucher mit Geschäftsbedingungen in Kontakt kommen, namentlich mit dem Zeitpunkt, zu dem den Verbrauchern bewusst wird, dass überhaupt ein Problem besteht. Ein weiterer potenziell vielversprechender Weg für die zukünftige Forschung kann es sein, von anderen Disziplinen zu lernen, die bereits Lösungen für den Informed Consent haben, z. B. die klinische Forschung. Die Studie beschreibt dieses Beispiel im Detail.

Die Studie steht in englischer Sprache zum Download zur Verfügung.

Dr. René Arnold
Abteilungsleiter
Märkte und Perspektiven
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Annette Hillebrand
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Dr. Martin Waldburger
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