Regionale TK-Akteure im globalen Wettbewerb

Das WIK hat im Auftrag des Breitbandbüros des Landes Hessen die Rolle regionaler TK-Akteure für den Breitbandmarkt aus volkswirtschaftlicher, betriebswirtschaftlicher und regulatorischer/ordnungspolitischer Sicht analysiert.

Aktuell erfolgen 80% des FTTB/H Ausbaus durch alternative Anbieter. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um regionale Anbieter. Diese spielen darüber hinaus auch eine wichtige Rolle im Ausbau weißer Flecken mit FTTC.

Aus volkswirtschaftlicher Sicht lässt sich zeigen, dass regionale TK-Akteure mit kommunaler Prägung im Vergleich zu rein privatwirtschaftlich orientierten Anbietern einem anderen Investitionskalkül unterliegen. Es ist daher wahrscheinlich, dass die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung einer Kommune bzw. eines verbundenen Unternehmens zu anderen Ergebnissen führen wird, als dies bei einem rein kommerziell getriebenen privatwirtschaftlichen Ansatz der Fall ist.

Aus regulatorischer und ordnungspolitischer Sicht spielen für regionale Akteure stabile Rahmenbedingungen die zentrale Rolle. Dies betrifft den Zugang zur Infrastruktur des Incumbents, die Verfügbarkeit von Vorleistungsprodukten sowie die Höhe der dafür zu entrichtenden Entgelte.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht können bei den regionalen Akteuren unterschiedliche Geschäftsmodelle identifiziert werden, die vom reinen Netzbetreiber bzw. -eigner bis hin zum vollintegrierten Telekommunikationsanbieter reichen. Erfolgreiche Projekte zeigen, dass regionale Präsenz sowie die Nähe zu und Einbindung von Entscheidungsträgern und Multiplikatoren vor Ort wichtige Faktoren für profitable Ausbauvorhaben sein können.

Im Ergebnis zeigt die Studie, dass regionale Akteure einen wichtigen Beitrag für die Schaffung einer Gigabitgesellschaft in Deutschland leisten und ihre Belange daher im Rahmen der politischen und regulatorischen Diskussion auch in Zukunft eine angemessene Berücksichtigung finden sollten.

Die Studie steht zum Download zur Verfügung.

Dr. Christian Wernick
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