Meldung

15.04.1990

Nr. 56: ISDN auf dem Prüfstand der Bürger - Bürgergutachten als Instrument der Technikfolgen-Debatte und des kundenorientierten Marketing

Johannes Adler, Detlef Garbe

ISDN auf dem Prüfstand der Bürger - Bürgergutachten als Instrument der Technikfolgen-Debatte und des kundenorientierten Marketing
Nr. 56 / April 1990

Zusammenfassung

Die Einführung von ISDN eröffnet den Kunden der DBP Telekom neue, schnellere, preiswertere und komfortablere Kommunikationsmöglichkeiten; ISDN integriert verschiedene Dienste (z.B. Telefon, Telefax, Btx, Bildtelefon, Teletex) und ermöglicht die Übertragung von Sprache, Bild, Text und Daten. Während die gewerbliche Wirtschaft den Nutzen von ISDN mehr und mehr erkennt und sich die Anschlußzahlen nach anfänglichen Zögern der Geschäftswelt positiv entwickeln, ist völlig offen, wie der private Kunde diese technischen Möglichkeiten beurteilt. Die Einführung und Verbreitung von ISDN ist außerdem durch eine breite öffentliche Debatte über die Datenschutz-Konzeption im ISDN belastet; im Mittelpunkt der Kritik stehen die Speicherung der Verbindungsdaten, der Einzelgebührennachweis und die Rufnummernanzeige.

Um zu erfahren, wie die Bürger die technischen Möglichkeiten von ISDN beurteilen, seinen Nutzen für den Alltag einschätzen und wie der Schutz der Kommunikationsdaten des Bürgers aus seiner Perspektive gestaltet sein sollte, hat die DBP bereits Mitte 1989 unter Mitarbeit und wissenschaftlicher Begleitung des WIK ein "Bürgergutachten: ISDN im privaten und beruflichen Umfeld" bei Prof. Dr. Dienel von der Bergischen Universität GH Wuppertal, Forschungsstelle Bürgerbeteiligung & Planungsverfahren, in Auftrag gegeben.

Johannes Adler und Detlef Garbe entwerfen in diesem Diskussionspapier die Konzeption, Fragestellung und Zielsetzung dieser Studie.

Darüber hinaus ordnen sie das Verfahren Bürgergutachten in die bundesdeutsche Debatte um die Sozialverträglichkeit moderner Kommunikationstechnologien zu einer nutzerorientierten Markteting-Konzeption.