Meldung

26.07.2018

Nr. 428: Treiber und Hemmnisse für kommerziell verhandelten Zugang zu alternativen FTTB/H-Netzinfrastrukturen

Nr. 428: Treiber und Hemmnisse für kommerziell verhandelten Zugang zu alternativen FTTB

Autoren: Christin Gries, Christian Wernick

Zusammenfassung

Das Thema Open Access wird in Deutschland seit Jahren intensiv diskutiert. Nichtsdestotrotz ist die Anzahl der FTTC-, FTTB- und FTTH-Anschlüsse, die in Deutschland auf Basis von Open Access vermarktet werden, überschaubar. Dies ist an sich überraschend, da angesichts der massiven Ausbaukosten für Glasfasernetze für Anbieter und Nachfrager aus ökonomischer Sicht starke Anreize bestehen, sich in Open Access zu engagieren. Zugleich gab es zahlreiche Aktivitäten und Initiativen, um die Entwicklung von Open Access zu fördern.

Der vorliegende Diskussionsbeitrag konzentriert sich auf einen Teilbereich des Themenkomplexes Open Access, nämlich den kommerziell verhandelten Zugang zu alternativen FTTB/H-Netzinfrastrukturen. Insbesondere stehen Treiber und Hemmnisse für entsprechende Vereinbarungen im Fokus. Diese Fragestellung rückt insbesondere durch die Vorgaben aus dem Koalitionsvertrag verstärkt in den Fokus, welcher die Schaffung von Investitionsanreizen durch einen diskriminierungsfreien Zugang (im Sinne des Open-Access) anstelle der Fortsetzung der bestehenden ex-ante-Regulierung vorsieht.

Im Rahmen der Studie wird zunächst eine Abgrenzung des Open Access-Begriffs vorgenommen und auf die unterschiedlichen Begriffsdimensionen (Regulierung, Förderung, Markt) eingegangen. Es wird herausgearbeitet, dass nach einigen Jahren des Stillstands zuletzt vermehrt kommerzielle Vereinbarungen geschlossen wurden, was insbesondere auch durch Fortschritte bei der Entwicklung gemeinsamer Standards und die Rolle von Plattformen erleichtert wurde.

Als Haupthindernis für eine stärkere Verbreitung im Markt stellt sich die geringe Marktreife des Glasfaser- oder Gigabitmarktes in Deutschland dar. Zum einen ist die Zahl der Regionen, in denen entsprechende Produkte vermarktet werden können, sehr gering. Zum anderen findet die Vermarktung auch dort, wo Glasfaserprodukte verfügbar sind, fast ausschließlich über Geschwindigkeiten und nicht über die zugrundeliegenden Technologien und/oder ihrer Qualitätsparameter statt. Dies hat zur Folge, dass die zusätzliche Zahlungsbereitschaft für FTTB/H-Anschlüsse häufig gering ist und Vereinbarungen zwischen Wholesale-Anbietern und –Nachfragern erschwert werden.

Es kann jedoch angenommen werden, dass von der zu erwartenden Dynamisierung des FTTB/H-Ausbaus auch positive Implikationen auf kommerziell vereinbarte Open Access-Vereinbarungen ausgehen werden.

Der Diskussionsbeitrag ist als pdf-Datei verfügbar und kann gegen eine Schutzgebühr von 7 Euro inkl. MwSt. bestellt werden.