Meldung

02.11.2018

Nr. 432: Warenversand im Briefnetz.

 

Nr. 432: Warenversand im Briefnetz.

Autoren:  Petra Junk,  Antonia Niederprüm

 

Zusammenfassung 

Die Umsätze und Mengen im Onlinehandel wachsen seit Jahren deutlich. Viele verschiedene Warengruppen, angefangen mit Lebensmitteln und Drogerieartikeln, über Bücher, Kleidung und Elektronik bis hin zu Möbeln und anderen großen und schweren Gegenständen werden über Onlineshops und -marktplätze verkauft. Onlinehändler haben die Wahl zwischen einer Vielzahl von Versandmöglichkeiten, um die bestellten Waren zu ihren Kunden befördern zu lassen. Eine wichtige Rolle spielen Paket- und Expressunternehmen, zunehmend aber auch lokale Kurierdienste, Speditionen und nicht zuletzt auch die Zustellung über Briefnetze. 

Die ausgewerteten Befragungsergebnisse deuten darauf hin, dass Onlinehändler in Deutschland Briefprodukte für den Warenversand nutzen, wenn auch in deutlich geringerem Umfang als Paketprodukte und nur für bestimmte Waren. Sie zeigen, dass die Anforderungen von Onlinehändlern und -kunden an den Warenversand vielfältig sind und unter anderem von Größe und Gewicht, der Dringlichkeit, der Erreichbarkeit der Empfänger und dem Wert der Ware abhängen. Demnach eignen sich Briefprodukte am besten für den Versand von kleinformatigen und leichten Waren mit einem geringen Warenwert. 

Für diese Art von Waren bieten besonders die Deutsche Post, regionale Briefdienstleistern, Paketdienstleister Versandlösungen an. Diese werden ergänzt durch ein wachsendes Angebot von Lösungen aus dem Handel, die eine Vernetzung unterschiedlicher Logistikanbieter ermöglichen. Dies stellt auch eine Chance für regional und lokal aktive Briefdienstleister dar. Im Gegensatz zur Deutschen Post sind regionale Anbieter flexibler in der Gestaltung ihrer Prozesse sind und können daher besser auf kundenindividuelle Wünsche eingehen können.

Die wichtigsten Vorteile, die für einen Warenversand im Briefnetz sprechen, sind die niedrigen Stückkosten und dadurch niedrigeren Preise verbunden mit einem hohen Grad an Zuverlässigkeit in der Zustellung. Die größten Nachteile bestehen in der fehlenden Transparenz des Zustellprozesses und, sollten die Sendungen nicht in den Briefkasten passen, in der mangelnden Flexibilität bei der Zustellung. Solange die zugestellten Waren allerdings briefkastengängig sind, stellt diese Versandform eine effiziente, wettbewerbsfähige und bequeme Form des Warenversands dar, für beide Seiten, das Zustellunternehmen und den Empfänger

Auch zukünftig stellt der Warenversand im Briefnetz eine kostengünstige und zuverlässige Versandoption für Onlinehändler dar. Eine Ausweitung des Leistungsumfangs wie beispielsweise die Einführung einer einfachen Form der Sendungsverfolgung und/oder Versicherung könnten den Versand im Briefnetz auch für wertvollere Waren attraktiver machen und damit Zustellmenge und -umsatz im Briefnetz erhöhen.

Der Diskussionsbeitrag ist als pdf-Datei verfügbar und kann gegen eine Schutzgebühr von 7 Euro inkl. MwSt. bestellt werden.