Meldung

05.03.1992

Nr. 82: Die nachrichtentechnische Industrie in den neuen Bundesländern - ein Beispiel für erfolgreiche Strukturanpassung

Joachim Drescher


Die nachrichtentechnische Industrie in den neuen Bundesländern - ein Beispiel für erfolgreiche Strukturanpassung

Nr. 82 / März 1992 Zusammenfassung


Der Strukturwandel in der nachrichtentechnischen Industrie kann vorläufig als abgeschlossen betrachtet werden. Im Vergleich zu anderen Bereichen der Volkswirtschaft der ehemaligen DDR, ist der Übergang von einer zentralverwalteten Wirtschaft zu marktwirtschaftlichen Strukturen relativ reibungslos und zügig bewältigt worden.


Das Monopolunternehmen "Kombinat Nachrichtenelektronik" konnte zügig in Teilbereiche aufgeteilt und die entstandenen Betriebe, zumindest soweit sie in "Kernbereichen" der Telekommunikation tätig waren, in wettbewerbsfähige Einheiten umgewandelt werden. Dieses Ergebnis ist nicht zuletzt auf ein frühzeitiges und breit angelegtes Engagement westlicher (vor allem westdeutscher) Unternehmen zurückzuführen. Die massiven Investitionen der DBP Telekom und die damit geweckten positiven Gewinn- und Absatzerwartungen, haben in Verbindung mit der frühzeitigen Ankündigung der DBP Telekom, Zulieferbetrieben aus Ostdeutschland eine zeitlich begrenzte Starthilfe zu geben, die Entscheidung der westdeutschen Unternehmen sich in den neuen Bundesländern zu engagieren, mit Sicherheit erheblich gefördert. Darüber hinaus dürfte auch die "Brückenkopffunktion" der neuen Bundesländer in Bezug auf die Länder Osteuropas eine gewisse Rolle gespielt haben.


Der relativ reibungslose Übergang der nachrichtentechnischen Industrie zur Marktwirtschaft darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, daß auch in diesem Bereich ein drastischer Abbau von Arbeitsplätzen zu verzeichnen war.