Meldung

20.12.2021

WIK Working Paper Nr. 2: Parcel locker stations: A solution for the last mile?

Paketstationen stellen eine alternative Zustelloption zu traditionellen Zustellmethoden, wie die Hauszustellung oder die Zustellung in Postfilialen/Paketshops, dar. Die Verbreitung und Nutzung hat in den letzten Jahren vor allem aufgrund des zunehmenden Onlinehandels zugenommen, insbesondere auch während der COVID-19 Pandemie. Paketstationen haben viele Vorteile. Indem sie den Zustellern eine einzige, gut verfügbare Abgabestelle bieten, verbessern sie die Erfolgsquote bei der Erstzustellung erheblich, senken die Zustellkosten und verringern darüber hinaus Kapazitätsengpässe in der Hauszustellung. Für die Empfänger ist die Abholung von Paketen an Orten möglich, die sich in der Nähe der Wohnung oder auf dem täglichen Arbeitsweg befinden und in der Regel auch nach Geschäftsschluss erreichbar sind. Onlinehändlern bietet es eine zusätzliche und oft kostengünstigere Zustelloption für ihre Kunden, weil deren Zustelltarife üblicherweise niedriger sind als bei der Hauszustellung. Durch die Verkürzung der Strecke, die die Zusteller zwischen den Zustellpunkten zurücklegen müssen, und die damit verbundene Verringerung der CO2-Emissionen können Paketstationen auch eine umweltfreundliche Zustelloption darstellen.

Die Verbreitung und Nutzung von Paketstationen ist in Europa sehr unterschiedlich. In einigen Ländern, z. B. in den nordischen Ländern, im Baltikum und in Polen, gibt es große und dichte Netze von Paketstationen, die als bevorzugte Zustellmethode weithin akzeptiert sind. Die Betreiber haben innovative Lösungen für die Zustellung auf der letzten Meile gefunden, um den Zugang und die Bedienbarkeit zu verbessern, einschließlich des Einsatzes fortschrittlicher Technologien, z. B. die Integration elektronischer Systeme und die drahtlose Übertragung von Informationen zwischen Onlinehändlern, Zustellern und Empfängern sowie eine kontaktlose Abholung von Paketen durch die Nutzung mobiler Anwendungen zu ermöglichen. Mehrheitlich werden diese Netze ausschließlich von einem Betreiber (oft nationale Postunternehmen) betrieben, da sie als Wettbewerbsvorteil gesehen werden. In wenigen Fällen haben sich offene Netze von Paketstationen etabliert, die für Post- und Paketdienstleister attraktiv sind, deren B2C-Paketmenge noch nicht hoch genug sind, als dass sich Investitionen in ein eigenes Netz rentieren würden.

In Deutschland gibt es mit den DHL Packstationen zwar ein zahlenmäßig ein großes Netz von Paketstationen, doch hatte es Ende 2020 eine deutlich geringere Dichte als die Netze in den Vergleichsländern. Auch ist in Deutschland die Hauszustellung bei Verbrauchern immer noch die bei weitem bevorzugte Zustellmethode. Die geplante Ausweitung des Netzes durch Deutsche Post DHL ist ein Hinweis darauf, dass Paketstationen bei der Zustellung auf der letzten Meile eine größere Rolle spielen dürften. Allerdings bedürfte es, ähnlich wie in den Vergleichsländern mit hoher Nutzung, stärkerer Preisanreize für Versender, um die Nutzung der Zustellmethode zu fördern.