Meldung

15.09.1996

Nr. 165: Regeln für das Verfahren zur Versteigerung von ERMES-Lizenzen/Frequenzen sowie regionaler ERMES-Frequenzen

Alfons Keuter, Lorenz Nett, Ulrich Stumpf

Regeln für das Verfahren zur Versteigerung von ERMES-Lizenzen/Frequenzen sowie regionaler ERMES-Frequenzen
Nr. 165 / September 1996

Zusammenfassung

Die vorliegende Arbeit ist Ergebnis eines Gutachtenauftrages, den das WIK für das Bundesamt für Post und Telekommunikation (BAPT) ausgeführt hat. In diesem Gutachten sind die Regeln für die Versteigerung von Lizenzen und Frequenzen für das Betreiben von Übertragungswegen für ein Funkrufnetz nach dem ERMES (European Radio MEssaging System)-Standard erarbeitet worden.

In dem ersten Teil der Arbeit werden die Marktbedingungen für die Einführung des ERMES-Standards diskutiert. Dieser Teil wendet sich an die Leser, die sich über die ökonomischen Eigenschaften von Funkrufdiensten auf der Basis des ERMES-Standards informieren möchten. Es werden sowohl die technischen Eigenschaften des Standards als auch die Ausgangsbedingungen für die Einführung solcher Paging Dienste ausführlich dargestellt. ERMES unterscheidet sich von dem bisherigen POCSAG-Standard durch eine Reihe verbesserter und neuer Leistungsmerkmale (Roaming, Gruppenruf etc.). Es darf erwartet werden, daß er sich in den nächsten Jahren in Europa wie auch in vielen anderen Ländern der Welt ausbreiten wird.

Der zweite Teil und somit der Schwerpunkt dieser Studie befaßt sich mit der Darstellung von Auktionsverfahren. Zunächst werden die Begrifflichkeiten und die verschiedenen möglichen Auktionsformen vorgestellt und diese vor dem Hintergrund der Erkenntnisse der ökonomischen Analyse zueinander in Bezug gesetzt. Daran anschließend werden die empirischen Erfahrungen mit Auktionen im Telekommunikationsbereich im Ausland dargestellt sowie die wesentlichen Schlußfolgerungen, die sich aus ihnen ergeben. Ein besonderes Augenmerk verdienen dabei die mehrstufigen simultanen Auktionsverfahren in den Vereinigten Staaten, die insbesondere aufgrund der relativ schnellen Vergabe sowie der unerwartet hohen Erlöse für den Staatshaushalt weltweites Interesse gefunden haben.

Letztendlich mündet die Arbeit in einem Vorschlag für ein Versteigerungsverfahren für die ERMES-Lizenzen/Frequenzen. Das Bundesministerium für Post und Telekommunikation ist diesem Vorschlag gefolgt. Die darauf basierenden Regeln für die ERMES-Versteigerung im September 1996 sind im Amtsblatt 17/96 abgedruckt. Die vorliegende Studie beschränkt sich nicht auf eine reine Darstellung der Versteigerungsregeln, sondern es wird gleichfalls explizit begründet, warum die spezielle Auktionsform und die konkrete Ausgestaltung der detaillierten Auktionsregeln in dieser Weise und nicht anders gewählt wurden. Der Leser gewinnt mit dieser Studie sowohl einen breiten Überblick über Auktionen im allgemeinen als auch über die wesentlichen Aspekte, die zu beachten sind, wenn Auktionsregeln unter bestimmten gesetzlichen oder physikalischen Rahmenbedingungen aufgestellt werden.