Meldung

15.01.1993

Nr. 104: Wie steht es um die Wettbewerbsposition der Telekommunikationsgeräteindustrie in Europa? Patente und Weltmarktanteil

Ulrich Schmoch, Thomas Schnöring


Wie steht es um die Wettbewerbsposition der Telekommunikationsgeräteindustrie in Europa? Patente und Weltmarktanteil

Nr. 104 / Januar 1993

Zusammenfassung


Die Märkte für Telekommunikationsgeräte sind seit Anfang der 80er Jahre einem starken Strukturwandel ausgesetzt. Es ist eine Öffnung der Märkte und eine deutliche Intensivierung des internationalen Wettbewerbs zu beobachten. Die Telekommunikationsgeräteindustrie hat sich zu einem Hochtechnolgiebereich entwickelt mit einer FuE-Intensität (FuE-Aufwendungen bezogen auf den Umsatz), die nur von wenigen anderen Sektoren übertroffen wird. Man kann davon ausgehen, daß der Umfang und die Effizienz der nationalen FuE-Aktivitäten sich zu einem wesentlichen Bestimmungsfaktor der internationalen Wettbewerbsfähigkeit von Industrieländern in diesem Industriezweig entwickelt haben.


In dem Beitrag wird die Entwicklung der technologischen Wettbewerbsposition der großen europäischen Länder im Vergleich zu den USA und Japan an Hand von Patentanmeldungen am Europäischen Patentamt während der 80er Jahre untersucht. Dabei zeigt sich insbesondere gegen Ende des Jahrzehnts ein Zurückbleiben der Innovationsdynamik in den europäischen Ländern im Vergleich zu Japan und den USA. Die europäischen Länder drohen auf ihrem Heimmarkt in einen wachsenden technologischen Rückstand zu geraten.


Eine Analyse der Weltmarktanteile der Länder zeigt, daß die europäischen Länder während der 80er Jahre erhebliche Marktanteilsverluste im Welthandel mit Telekommunikationsgeräten hinnehmen mußten. Die Marktanteilsverluste Deutschlands waren besonders groß. Marktanteilsgewinne konnten vor allem Japan, die USA und einige Länder aus Fernost erzielen.


Korrelationsanalysen zeigen, daß die Entwicklung der technologischen Stärke und der Wettbewerbsposition der Länder während der 80er Jahre in einem relativ engen Zusammenhang gestanden haben.


Die Ergebnisse der Untersuchung widersprechen der in Europa häufig vertretenen Auffassung, nach der die europäische Telekommunikationsgeräteindustrie im Wettbewerb der Triade in nahezu allen Bereichen wettbewerbsfähig sei.