Meldung

22.12.2021

Nr. 480: 360-Grad-Überblick über den Digitalisierungsstand in KMU

Nr. 480: 360-Grad-Überblick über den Digitalisierungsstand in KMU

Autoren: Marie-Christin Papen, Martin Lundborg, Sebastian Tenbrock

Zusammenfassung

In Deutschland stellen die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) den allergrößten Teil der Unternehmen und sind damit ein wichtiger Faktor für das Wirtschaftswachstum. KMU sind eine heterogene Gruppe und in allen Branchen und Regionen in Deutschland vertreten. Die Herausforderungen der KMU sind dementsprechend vielfältig. Im Vergleich zu Großunternehmen haben KMU einen deutlich geringeren Digitalisierungsgrad, was die Wettbewerbsposition der KMU verschlechtert und Handlungsdruck offenbart. Daher befasst sich der vorliegende Beitrag mit den Fragen: Was ist der aktuelle Stand der Digitalisierung in KMU in Deutschland? Welche Chancen und Hemmnisse sind für KMU relevant? Wie können Digitalisierungsprojekte in KMU anhand dokumentierter Praxisbeispiele klassifiziert werden?

Für die Beantwortung der Forschungsfragen wurden bisherige Studien analysiert, Praxisbeispiele gesammelt, Experteninterviews durchgeführt und nach Themen strukturiert ausgewertet. Zu den behandelten Themen gehören beispielsweise Digitalisierungsreifegrade der KMU, Technologien und Wertschöpfungsbereiche, Regionen und Größenklassen, die Motivation für Digitalisierungsprojekte, Akzeptanz und Auswirkungen von Digitalisierungsprojekten.

Die Ergebnisse zeigen, dass es noch einen erheblichen Digitalisierungsrückstand im Vergleich zu den (internationalen) Wettbewerbern gibt, den die KMU jedoch erkannt haben. Damit die KMU Digitalisierungsprojekte umsetzen, erscheinen einige Ansätze besonders geeignet:

  • Vernetzung zwischen KMU und das Herausstellen positiver Beispiele können die Digitalisierung in KMU fördern. Hierdurch lernen KMU voneinander, was Vertrauen schafft und zeigt, dass Digitalisierungsprojekte gelingen können.
      
  • Qualifizierungsmaßnahmen können eine wichtige Rolle spielen, um dem Mangel an Wissen entgegenzuwirken. Bei der Umsetzung von Digitalisierungssprojekten ist die Akzeptanz der Mitarbeitenden und Führungskräfte ein zentrales Thema: Hierbei helfen eine transparente interne Kommunikation, das Einbinden einflussreicher Mitarbeitender („Influencer“) und ggf. ein professionelles Changemanagement.
      
  • Zusätzlich gilt es, ein Bewusstsein bei den Unternehmen dafür zu schaffen, dass die digitale Transformation auch im Umgang mit dem Fachkräftenmangel helfen kann: Fachkräfte empfinden digitale und damit moderner wahrgenommene Unternehmen als attraktivere Arbeitgeber.