Diskussionsbeiträge

Manfred Knoche, Axel Zerdick u.a.


Bedeutung des Postzeitungsdienstes und Preiserhöhungsakzeptanz in der Bevölkerung - Ergebnisse von Leser- und Abonnentenbefragungen

Nr. 67 / Juni 1991 Zusammenfasssung Die Bedeutung des Postzeitungsdienstes und die Preiserhöhungsakzeptanz für Zeitungs- und Zeitschriftenabonnements in der Bevölkerung wurde in drei repräsentativen Befragungen in der Bundesrepublik Deutschland untersucht. Die Ergebnisse der Studien belegen die generelle quantitative Bedeutung von Abonnements in der Bevölkerung. Es zeigt sich, daß Mitgliederzeitschriften von Verbänden, Vereinen und anderen nicht-kommerziellen Organisationen zum erheblichen Teil auf den PZD als Vertriebsweg angewiesen sind. Hier und bei kommerziell vertriebenen Zeitungen und Zeitschriften, für die Verlagszustellung und Einzelverkauf zum Teil eine dominante Rolle spielen, ist eine starke Bindung der Leser an ihr Abonnement festzustellen. Diese "Leser-Blatt-Bindung" fördert offensichtlich die Preiserhöhungsakzeptanz bei den Abonnenten als Nutzern des Post-zeitungsdienstes. Nur rund ein Viertel der Befragten gibt an, auch bei einer spürbaren Abonnement-Preiserhöhung auf den Weiterbezug ihrer Zeitungen oder Zeitschriften voraussichtlich zu verzichten. Sogar unter den weniger an ihr Abonnement Gebundenen käme es voraussichtlich nur in geringem Maße zu Abbestellungen bei Preiserhö-hungen. Diese hohe Preisakzeptanz basiert unter anderem auf einem geringen Preis-bewußtsein hinsichtlich der Ausgaben für ein Abonnement. Gebührenerhöhungen im Postzeitungsdienst würden jedoch wegen der Bedeutung anderer Vertriebswege prinzipiell nur zum Teil zu Preiserhöhungen von Abonnements führen. Aus den Untersuchungsergebnissen läßt sich daher der Schluß ziehen, daß Abonnement-Preiserhöhungen im Zusammenhang mit Gebührenerhöhungen im Postzeitungsdienst nicht im nennenswertem Umfang zu Abbestellungen von Abonnements führen würden. Damit ist auch die Wahrscheinlichkeit der Einschränkung von Informationsfreiheiten der Bürger oder der Gefährdung der Wirtschaftlichkeit von Verlagen aufgrund von Preiserhöhungen im Postzeitungsdienst als gering anzusehen.