Diskussionsbeiträge

Matthias-W. Stoetzer


Customer Behaviour in Mobile Communications: A Cross-Country Analysis

Nr. 120 / Dezember 1993 Zusammenfassung


Zellulare Mobilfunkdienste gehören zu den am schnellsten wachsenden Bereichen im Telekommunikationssektor. Prognosen gehen davon aus, daß bis Ende der neunziger Jahre in Europa ungefähr 60 Millionen Teilnehmer zellulare Mobilfunkdienste in Anspruch nehmen werden. Ein Blick auf die europäischen Staaten zeigt, daß die Verbreitung des zellularen Mobilfunks zwischen den einzelnen Ländern erhebliche Unterschiede aufweist. In Portugal lag Anfang 1993 die Penetrationsrate (Mobilfunkteilnehmer je Tausend Einwohner) bei 0,3 % im Vergleich zu 8 % in Schweden. Gegenstand der vorliegenden Studie ist eine Untersuchung möglicher Einflußfaktoren der Nachfrage nach zellularen Mobilfunkdiensten.


Aus ökonomischer Sicht sollten eine Reihe von Variablen eine wichtige Rolle spielen. Die einfache Theorie der Nachfrage legt nahe, daß der Preis für zellulare Mobilfunkdienste, die Preise möglicher Substitute und das Einkommen die beobachtbaren Unterschiede in den Penetrationsraten erklären sollten. Der Preis zellularen Mobilfunks als wichtigste Determinante besteht aus zwei Elementen: Den fixen Kosten (Anschlußgebühr, monatliche Grundgebühr) und den variablen Kosten (Gesprächstarif pro Minute). Theoretische Überlegungen zeigen, daß es eine Reihe von Gründen gibt, warum die fixen Kosten, bei der Entscheidung Teilnehmer des zellularen Mobilfunks zu werden, von besonderer Bedeutung sind. Andere wichtige Einflußfaktoren sind die Zeit, die seit der Einführung zellularen Mobilfunks verstrichen ist (Bekanntheitsgrad) und die verwendete Mobilfunktechnologie (Mobilfunk-Standard).


Um diese Hypothesen zu testen, wird eine einfache lineare Regression durchgeführt. Die Querschnittsanalyse basiert auf einem Sample von 23 OECD-Ländern und die verwendeten Daten beziehen sich auf das Jahr 1992. Die Ergebnisse sind im Hinblick auf die schmale Datenbasis sicherlich als vorläufig zu bezeichnen, führen aber zu einer Reihe von plausiblen und robusten Schätzergebnissen.


Die fixen Kosten und das Einkommen üben einen dominierenden Einfluß auf die Penetrationsrate aus, während die Gesamtkosten (Fixe und variable Kosten) keine Rolle spielen. Dieses Ergebnis bestätigt andere Untersuchungen der Nachfrage nach Telekommunikationsdiensten, die darauf deuten, daß Teilnahme und laufende Nutzung zwei verschiedene Entscheidungen sind. Auch der allgemeine ökonomische Entwicklungsstand eines Landes, gemessen über das Pro-Kopf-Einkommen, beeinflußt die Penetrationsrate des zellularen Mobilfunks positiv. Hinsichtlich der relativen Bedeutung ergibt sich ein dominierender Einfluß der fixen Kosten im Verhältnis zum Einkommen.


Die exakten Größen von Preis- und Einkommenselastizitäten sind auf Grund der geringen Zahl von Beobachtungen und des einfachen Modellansatzes vorsichtig zu interpretieren. Vermutlich ist die Nachfrage gering preiselastisch. Schließlich ist zu konstatieren, daß das Alter und der gewählte Mobilfunk-Standard nicht wichtig für die Penetration sind.


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