Diskussionsbeiträge

Christin-Isabel Gries

Die Entwicklung der Nachfrage nach breitbandigem Internet-Zugang.
Nr. 242 / April 2003

Zusammenfassung

Nach einer erfolgreichen Entwicklung in den vergangenen Jahren hat die Internet-Penetration bei den über 14-jährigen in Deutschland inzwischen 50% überschritten, wobei breitbandige Zugänge bei hohen Wachstumsraten eine zunehmend größere Rolle spielen. Ende 2002 realisierten mehr als 7% der bundesdeutschen Haushalte den Zugang ins Internet auf der Basis breitbandiger Technologien. Der Markt für breitbandigen Internet-Zugang wird durch DSL dominiert, während sich das Kabelnetz als Zugangsmöglichkeit vor allem aufgrund der wirtschaftlich schwierigen Situation der Anbieter noch nicht erfolgreich etablieren konnte.

Das Ziel der vorliegenden Studie besteht darin, eine fundierte Prognose der Nachfrage privater Haushalte nach breitbandigem Internet-Zugang bis zum Jahr 2015 zu entwickeln. Dabei wird nicht nur die gesamte Breitband-Penetration, sondern auch die Entwicklung der unterschiedlichen Anschlusstechnologien untersucht. Da aufgrund der Charakteristika des Untersuchungsgegenstandes die Szenario-Methodik angewendet wird, erhält die Analyse der unterschiedlichen Entwicklungsrichtungen relevanter Einflussfaktoren eine bedeutendes Gewicht. Diese Vorgehensweise ermöglicht es, die relevanten Treiber und Hemmnisse auf die Nachfrageentwicklung herauszuarbeiten und alternative Entwicklungspfade zu berücksichtigen.

Im Rahmen der vorliegenden Studie wird ein Trendszenario gebildet, das die heute absehbare Marktsituation bis zum Jahr 2015 vorsichtig fortschreibt. In diesem Szenario wird im Jahr 2015 die Mehrheit der privaten Haushalte (ca. 60%) über einen Zugang zum breitbandigen Internet verfügen. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der angeschlossenen Breitband-Haushalte liegt zwischen 2002 und 2015 bei schätzungsweise 20%. Bei einer gesamten Internet-Penetration in Höhe von 70% sind auch 2015 noch 10% der Haushalte schmalbandig an das Internet angeschlossen.

Im Jahr 2015 werden unseren Schätzungen zufolge gut 70% aller Breitband-Kunden von DSL-Anbietern bedient. Kabelnetzbetreiber verfügen über einen Marktanteil von rund 25% und auf Satellitenzugang entfallen etwa 3% aller Breitband-Anschlüsse. Ein Nischenmarkt wird von WLAN und möglicherweise anderen Technologien wie Fibre-to-the-Home (FTTH) abgedeckt.

Die größte Unsicherheit dieser Prognose resultiert aus den Strategien der Kabelnetzbetreiber und deren Investitionsverhalten bzgl. der vorhandenen Infrastruktur. Die mit hohen Unwägbarkeiten behafteten mittel- bis langfristigen Entwicklungen im Kabelmarkt können in dem vorliegenden Szenario als weitreichende Störereignisse für die zukünftige Entwicklung der Penetration und Marktanteile betrachtet werden.

Der Diskussionsbeitrag steht zum Download zur Verfügung.