Europäische Datenökonomie: Zwischen Wettbewerb und Regulierung

Daten und ihre ökonomischen Auswirkungen durchdringen alle Bereiche der Wirtschaft. Die sogenannte Datenökonomie ist kein neuer Wirtschaftszweig, sondern eher eine ständige Herausforderung für alle Unternehmen, im Rahmen einer neuen Dimension der Wertschöpfung wettbewerbsfähig und innovativ zu sein.

Da Daten in allen Wirtschaftszweigen eine immer wichtigere Rolle spielen, legen die Ergebnisse dieser Studie europäischen Entscheidungsträgern nahe, die Entwicklung und Einführung einheitlicher Referenzarchitekturen zu fördern. Diese Architekturen stellen einen technologieneutralen und sektorübergreifenden Ansatz dar, der es sowohl kleinen als auch großen Unternehmen ermöglichen wird, im Wettbewerb zu bestehen und das wirtschaftliche Potenzial der Datenerhebung in einer zunehmend digitalisierten Welt innovativ zu nutzen.

Der Zugang zu Daten scheint für eine wachsende Datenökonomie kein größeres Hindernis zu sein, da die Möglichkeiten der Datenerfassung, -erhebung und -analyse deutlich verbessert wurden. Schwierig ist es für die Unternehmen jedoch, die vorhandenen Datensätze zu entdecken und ihre Eignung für die Erreichung ihrer eigenen wirtschaftlichen Ziele zu beurteilen. Referenzarchitekturen können diesen Prozess erleichtern, da sie einen Rahmen bieten, um potentielle Anbieter relevanter Datensätze ausfindig zu machen und genügend zusätzliche Informationen (Metadaten) über die Datensätze enthalten, so dass Unternehmen beurteilen können, ob ein bestimmter Datensatz oder Teile davon dem jeweiligen Zweck entsprechen.

Wie unsere Studie verdeutlicht, sind Daten, die in einem bestimmten Kontext zu einem bestimmten Zweck erfasst wurden, möglicherweise nicht für einen anderen Kontext oder einen anderen Zweck geeignet. Folglich muss ein Unternehmen von Fall zu Fall entscheiden, ob eine eigene Datenerfassung, der Zugriff auf Daten Dritter oder ein gemischter Ansatz die beste Lösung ist. Dies hängt natürlich auch davon ab, ob ein anderes Unternehmen geeignete Daten erfasst und bereit ist, die Bedingungen für den Zugang Dritter zu diesen Daten auszuhandeln. Einheitliche Datenarchitekturen können die Kosten für die Aufbereitung der Daten für einen erfolgreichen Austausch senken, so dass für ein Unternehmen, das geeignete Daten erfasst, die Hürden für den Eintritt in entsprechende Verhandlungen abgebaut werden. Solche Datenarchitekturen können Lizenzbestimmungen integrieren, die sicherstellen, dass die Daten nach dem Austausch nicht über den vereinbarten Zweck hinaus verwendet werden. Sie können darüber hinaus Funktionen beinhalten, die die Auffindbarkeit potenzieller Datenanbieter verbessern.

Die Studie steht in deutscher und englischer Sprache zum Download zur Verfügung.