Meldung

31.01.1995

Nr. 145: Foreign Direct Investment of Telecommunications Operators in Fixed Networks

Ernst-Olav Ruhle

Foreign Direct Investment of Telecommunications Operators in Fixed Networks
Nr. 145 / Januar 1995

Zusammenfassung

Der Telekommunikationsbereich wird in den letzten 5 bis 10 Jahren durch eine als "Globalisierung" bezeichnete Entwicklung charakterisiert. Festzustellen sind sowohl eine Zunahme unternehmerischer Aktivitäten von Telefongesellschaften außerhalb ihrer traditionellen Heimatmärkte als auch eine Internationalisierung von Märkten, die einen Wandel von ehemals monopolistischen hin zu wettbewerblichen Strukturen unter Beteiligung ausländischer Anbieter aufweisen. Im Rahmen dieser Veränderungen kommt der Öffnung von Kernbereichen der Telekommunikation eine verstärkte Bedeutung zu. Dabei stellt die Öffnung der Bereiche des Sprachtelefondienstes und der Netzinfrastrukturen einen wichtigen Schritt zur vollständigen Liberalisierung der Telekommunikationsmärkte dar, da hiermit die bisher am stärksten abgeschotteten Segmente dem Zutritt weiterer Anbieter geöffnet werden.

Eine Reihe von Ländern hat inzwischen Marktzugangsmöglichkeiten für die Errichtung und den Betrieb fester Telekommunikationsnetze eröffnet. Im Vordergrund der vorliegenden Untersuchung steht eine Analyse der Beweggründe von Telefongesellschaften in bezug auf Zutrittsversuche in diese Märkte. Da diese Versuche i.d.R. darauf hinauslaufen, Marktzutritt in der Form von Direktinvestitionen vorzunehmen, haben wir die eklektische Theorie von J.H. Dunning auf unsere Themenstellung angewendet. Dieser auch als O-I-L-Paradigma bezeichnete Ansatz erklärt die Vornahme von Direktinvestitionen mit dem gleichzeitigen Vorliegen von drei Faktoren. Dies sind unternehmensspezifische Vorteile (O) als Wettbewerbsvorteile im weitesten Sinn, Internalisierungsanreize (I) zur unternehmensinternen Vermarktung des damit verbundenen Wissens sowie Standortvorteile eines Landes (L). Im Rahmen einer empirischen, partialanalytischen Untersuchung ermitteln wir, ob im Rahmen der eklektischen Theorie abgeleitete und operationalisierte Einflußfaktoren auf die Internationalisierung von Telefongesellschaften im Festnetzbereich einen Einfluß ausüben.

Als Ergebnisse können wir festhalten, daß folgende Faktoren die Bewerbungsintensität auf ausländischen Festnetzmärkten beeinflussen: (1) Die Umsatzentwicklung der Telefongesellschaft im Telekommunikationsdienstebereich des Heimatmarktes, (2) die Höhe des Cash Flow, (3) die Breite des Diensteangebots im Heimatmarkt, (4) der Anteil des Unternehmens in privatem Eigentum, (5) erfolgreiche Marktzutritte im Ausland in früheren Perioden, (6) die geographische Lage von Zielmärkten zueinander, (7) die Zulassung von Wettbewerb im Heimatmarkt, (8) das vom Zielland gewählte Marktzutrittsverfahren, (9) die Marktattraktivität des Ziellandes, (10) die Versorgungslage des Ziellandes mit Telekommunikationsdiensten sowie (11) die Intensität der Verkehrsbeziehung zwischen dem Heimatland der Telefongesellschaft und dem Zielmarkt im internationalen Telefondienst. Für Faktoren wie Unternehmensgröße, spezifische technologische Fähigkeiten und Marktform des Ziellandes konnte kein signifikanter Einfluß nachgewiesen werden.

[Nur in englischer Sprache erhältlich.]