Meldung

29.12.2022

WIK Kurzstudie "Abschätzung des Bedarfs an 5G Mobilfunkstandorten für den Frequenzbereich von 3,6 GHz zur Füllung von Lücken zwischen den bestehenden Mobilfunkstandorten"

Die Politik in Deutschland und in der europäischen Union fordert den Ausbau eines leistungsfähigen 5G Mobilfunks tief in den ländlichen Raum hinein. Implizit besteht die Erwartung, dass auch die neu vergebenen 3,6 GHz Frequenzen dafür zum Einsatz kommen. Es stellt sich die Frage, was die Nutzung des 3,6 GHz Frequenzbereiches für den weiteren Netzausbau bedeuten würde und insbesondere, ob dies gleichbedeutend sein muss mit einem flächendeckenden Ausbau von 3,6 GHz. Die Funkzellen für 3,6 GHz mit einem Radius von weniger als 1 km sind verhältnismäßig klein. Sie dienen eher dem Bereitstellen sehr hoher Kapazität an Stellen hoher Nachfrage als einem flächendeckendem Ausbau. Ein Ausbau mit derart kleinen Zellen in die Fläche hinein würde die Profitabilität eines solchen Vorhabens in Frage stellen.

Die EU State-Aide Guidelines vom 12.12.2022 erlauben eine Förderung des Mobilfunks  in einem separaten, komplementären Markt, losgelöst vom Festnetz. Dies birgt die Gefahr von hohen Subventionszahlungen, wenn das Ausbauziel eine Flächendeckung mit Funkzellen mit 3,6 GHz sein sollte.

Die vorliegende Studie geht für die flächendeckende Versorgung mit 5G nicht von einem flächendeckenden 3,6 GHz, sondern von einem differenzierteren Ansatz aus. Es berücksichtigt, dass alle bestehenden Frequenzen über 5G New Radio Funkschnittstellen für die 5G Dienste mitgenutzt werden können. Diese Frequenzen, je niedriger desto besser, eignen sich insbesondere zur Flächenabdeckung. Der Ausbau von 3,6 GHz Zellen soll (und wird in der Realität) nur dort erfolgen, wo entsprechende Dienste und Kapazitätsnachfragen erwartet werden.

Für die Untersuchungen werden die Bevölkerungsverteilung, das Kapazitätsangebot über die bestehenden Mobilfunkstandorte und die Entwicklung der Nachfrage je Kunde in einem GIS basierten Modell übereinandergelegt.