Wettbewerbsverhältnisse auf den Transit- und Peeringmärkten

Die Verbindung zwischen Netzen (Autonomen Systemen) unterschiedlicher Betreiber erfolgt sowohl durch Peering-Vereinbarung als auch über Transit-Verbindungen. Kommerzielle Transitanbieter bieten ihren Kunden Zugriff auf bzw. Erreichbarkeit für das gesamte Internet. Im Gegensatz dazu wird durch Peering nur wechselseitiger Datenaustausch zwischen den Netzen der beteiligten Parteien (und deren dort jeweils angeschlossenen Kunden) gewährt. Um Transitkosten zu vermeiden und/oder die Qualität der Netzzusammenschaltung (Interconnection) durch Peering zu erhöhen, können sich Netzwerkbetreiber sowohl an öffentlichen Internetknotenpunkten, aber auch direkt un-tereinander zusammenschalten (peeren).

Mit der Beliebtheit von „Over-the-top“-Diensten im Audio- und Videostreamingbereich erzeugen insbesondere Endkunden einen immer asymmetrischeren Datenfluss zwischen den Netzen ihrer Internet Service Provider und deren Interconnection-Partnern, welche diese Inhalte vornehmlich durchleiten. Mit Hilfe von Content Distribution Net-works (CDNs) werden populäre Inhalte von Diensteanbietern in geografisch verteilten Serverarchitekturen gespeichert und so die Distanz zwischen Endkunden und dem Speicherort der Inhalte minimiert. Damit reduziert sich die bei der Datenübertragung zum Endkunden relevante Übertragungsstrecke, womit eine Vielzahl von (potentiell ausgelasteten) Knotenpunkten und Übertragungswegen vermieden und die Übertragungsqualität erhöht werden kann.

Vor dieser Ausgangslage werden dieser Studie zunächst die Prognosen und ökonomischen Schlussfolgerungen der BEREC Studie zur IP-Zusammenschaltung aus 2017 aufgegriffen, validiert und um weitere Untersuchungsgegenstände, insbesondere um Aspekte der Digitalen Souveränität ergänzt. Dabei werden die Markt- und Wettbewerbsentwicklungen der letzten fünf Jahre im Bereich IP-Interconnection aufgearbeitet und die Trends der nächsten Jahre in der Branche identifiziert.