Deutschland hinkt im europäischen Vergleich sowohl beim Glasfaserausbau als auch bei der Nachfrage nach Glasfaser hinterher. Gleichzeitig kann der Blick ins Ausland interessant sein, besonders in Länder wie Dänemark, Irland und UK, in denen Anbieter ebenfalls einen starken Fokus auf VDSL und Kabel haben bzw. hatten, die aber im Glasfaserausbau und Take-up sehr viel weiter gekommen sind.
Im vorliegenden Kurzpapier wird auf der Grundlage von Preisdaten, die für die Europäische Kommission für das Jahr 2023 erhoben und im Oktober 2025 veröffentlicht wurden, ein internationaler Vergleich der Einsteigerprodukte für Glasfaser vorgenommen. Dabei liegt der Fokus auf dem Preisschritt von kupferbasierten Breitbandanschlüssen mit Bandbreiten ≥ 30 Mbit/s < 100 Mbit/s auf Breitbandschlüsse mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von ≥ 100 < 200 Mbit/s. Darüber hinaus erfolgte eine Aktualisierung der Preisdaten am aktuellen Rand für Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Irland, Portugal, Spanien und UK. Dabei wurden für den Incumbent und die drei größten Wettbewerber (nach Marktanteilen) die Preisdaten erhoben. Darüber hinaus wurde auch das Portfolio an Vorleistungsprodukten in den Blick genommen. Zur Sicherung des nachhaltigen und funktionsfähigen Wettbewerbs, stellt sich auch die Frage, ob und wie Breitbandmärkte reguliert werden und welche Auswirkungen die Preisstrategien auf den Wettbewerb haben.
Die Entwicklungen in anderen EU-Mitgliedstaaten deuten darauf hin, dass die freiwillige Migration durch attraktive (wettbewerbs- und zugangsbasierte) Preise für Glasfaserprodukte (mit deutlich höheren Bandbreiten) unterstützt wird. Selbst in Ländern wie Dänemark und Irland, die ebenfalls einen hohen Anteil an VDSL und Kabel hatten, sind mittlerweile mehr als die Hälfte der aktiven Breitbandanschlüsse Glasfaseranschlüsse. In UK liegt der Anteil der FTTH-Anschlüsse immerhin bei 30%. Deutschland liegt dagegen erst bei 13% Glasfaseranschlüssen. Dazu dürften folgende Randbedingungen beigetragen haben:
- eine geringe Abdeckung mit FTTH Homes Connected (39% der FTTH Homes Passed)
- eine starke Präsenz von Angeboten mit Bandbreiten unter 100 Mbit/s sowohl auf Kupfer- als auch auf Glasfasernetzen
- ein Preisaufschlag von 20% für Double Play Glasfaser-Einsteigerprodukte
- deutlich höhere Entgelte für Bandbreiten ab 500 Mbit/s.
- Vorleistungspreise mit im internationalen Vergleich hohen Preisaufschlägen für Bandbreiten über 500 Mbit/s, einem international unüblichen Infrastrukturentgelt sowie einem Commitment-Modell, das Kupfer- und Glasfasernetze umfasst.