Teurer Mobilfunktarif bedeutet nicht automatisch besseres Netz © Photo Credit: Farknot Architect - stock.adobe.com

Teurer Mobilfunktarif bedeutet nicht automatisch besseres Netz

Prof. Sörries im Interview mit ARD Marktcheck

Muss es der teure Mobilfunktarif eines großen Netzbetreibers sein oder reicht ein günstiger Anbieter? Im Interview mit ARD Marktcheck für das SWR-Verbrauchermagazin „buy better“ erklärt Prof. Sörries, warum hohe Surfgeschwindigkeiten im Alltag häufig keinen zusätzlichen Nutzen bringen, welche Rolle die Netzabdeckung spielt und weshalb günstigere Mobilfunktarife oft eine gute Alternative sind.

Ob Telekom, Vodafone oder O2: Die Auswahl an Mobilfunktarifen ist groß, die Preisunterschiede sind teilweise erheblich. Doch bieten teure Tarife tatsächlich mehr Leistung? Dieser Frage geht das SWR-Verbrauchermagazin „buy better“ nach. Prof. Sörries erläutert darin die technischen und wirtschaftlichen Hintergründe des Mobilfunkmarktes.

Die Vielzahl unterschiedlicher Marken ist laut Sörries Teil einer gezielten Marktstrategie. Mit verschiedenen Angeboten sprechen Netzbetreiber unterschiedliche Kundengruppen an. Während einige vor allem auf günstige Preise achten, bevorzugen andere etablierte Anbieter.

Auch bei der Surfgeschwindigkeit lohnt sich ein genauer Blick. Premiumtarife versprechen häufig bis zu 300 Megabit pro Sekunde, günstigere Angebote oft nur 50. Für alltägliche Anwendungen reicht das jedoch vollkommen aus. Selbst für das Streaming von Filmen in Full HD werden lediglich drei bis sechs Megabit pro Sekunde benötigt. Höhere Geschwindigkeiten seien daher häufig eher ein Marketingargument.

Ein Praxistest des SWR bei einer Großveranstaltung in Berlin zeigt zudem, dass günstige Tarife auch bei hoher Netzauslastung zuverlässig funktionieren können. Entscheidend sei allerdings die Netzqualität am jeweiligen Standort, betont Sörries. Jedes Mobilfunknetz habe seine Stärken und Schwächen.

Sein Fazit: Wer einen Mobilfunktarif auswählt, sollte vor allem auf die Netzversorgung am Wohn- und Arbeitsort sowie den eigenen Bedarf achten. Ein teurer Premiumtarif ist dafür häufig nicht notwendig.