Um die Aufmerksamkeit der Nutzer zu binden und die Zeit, die sie mit digitalen Geräten und Diensten verbringen, zu verlängern, integrieren Unternehmen Funktionen wie personalisierte Empfehlungen, Autoplay, unendliches Scrollen und Push-Benachrichtigungen. Diese Funktionen nutzen psychologische Verzerrungen aus, um eine häufige und längere Nutzung zu fördern, wodurch sie zu problematischen Nutzungsmustern beitragen. In dieser Studie wird mithilfe einer Online-Umfrage untersucht, wie Verbraucher aufmerksamkeitslenkende, suchtfördernde Designs auf drei Arten von Plattformen bewerten und in welchem Zusammenhang diese mit einem suchtartigen Nutzungsverhalten von Diensten stehen. Außerdem werden die Selbstregulierungstaktiken der Nutzer sowie ihre Wahrnehmung der Auswirkungen dieser Designs auf verwandte Süchte, in diesem Fall Kaufsucht, untersucht.
Die meisten Befragten geben keine spürbaren Auswirkungen der suchtfördernden Designs auf ihre Nutzungsdauer oder ihr Kaufverhalten an. Die durchschnittlich wahrgenommenen Auswirkungen ist nahezu neutral. Betrachtet man jedoch nur die nicht neutralen Antworten, zeigen sich sehr heterogene wahrgenommene Auswirkungen zwischen den einzelnen Designs. Die Nutzungsdauer wird häufiger als verlängert wahrgenommen, während die Einkaufsaktivität eher als verringert denn als erhöht wahrgenommen wird. Die Stärke dieser Auswirkungen unterscheidet sich auch zwischen den verschiedenen Arten von Plattformen. Nennenswert ist, dass eine stärkere Wahrnehmung der Auswirkungen der Designs positiv mit höheren Sucht-Skalenwerten in beiden Suchtdomains korreliert. Dies deutet darauf hin, dass diese Funktionen zur Entwicklung einer Sucht beitragen können.
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WIK Working Paper Nr. 13: Suchtfördernde Plattformdesigns und digitale Sucht
Erkenntnisse aus Deutschland
Die Studie präsentiert die Ergebnisse einer Online-Umfrage zur Wahrnehmung der Verbrauchenden hinsichtlich der Auswirkungen suchtfördernder Designs auf digitalen Plattformen und deren Zusammenhang mit Suchtverhalten. Dabei wird sowohl die problematische Nutzung der Plattformen selbst als auch Kaufsucht betrachtet.